Kommunalwahlprogramm

 

 

 

 

 

 

... gibt es zum Download: Kommunalwahlprogramm 2021 als [PDF]

Für Lesefaule und wenn Ihr Euch nur schnell informieren wollt, gibt es zum Download unseren Kommunalwahl-Flyer als [PDF]


Gutes Klima für Bischofsheim

 

Liebe Bischofsheimerinnen, liebe Bischofsheimer,

 

am 14. März 2021 finden bei uns die Kommunalwahlen statt, dafür zählen wir auf Ihre Stimmen und Unterstützung.

 

Die Liste GALB - Bündnis 90 / Die Grünen will auch in der Zukunft dazu beitragen, unseren schönen Ort fit für eine grüne und nachhaltige Zukunft zu machen.

 

Was tun wir und was wollen wir als Wählervereinigung und als Fraktion in der Gemeindevertretung bewegen?

 

Die Zeiten sind gerade sehr verunsichernd und die Welt steht vor großen Aufgaben wie der Erderwärmung, dem Verlust der Biodiversität, Konzentration der Finanzmacht und Übernutzung begrenzter Ressourcen. Deshalb müssen wir unser Leben selbst in der Hand halten und zu unserem und aller Wohlergehen gestalten. Dazu gehört verlässliche gute Kommunalpolitik, die die Welt vor unserer Haustür für eine lebenswerte und tragfähige Zukunft fit hält.

 

Mit unserem Wahlprogramm setzen wir unsere Schwerpunkte für die nächste Wahlperiode (2021 - 2026) und stellen Erreichtes und zu Erreichendes vor.

Auf Ihre Fragen geben wir unsere Antworten.

 

Können wir denn als kleine Kommune überhaupt am Klimaschutz mitwirken?

 

Ja, auch als kleine Kommune wollen wir unseren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

Der weltweite Klimawandel ist ein Prozess, der auch Bischofsheim schon sichtbar und fühlbar erreicht hat. Im Frühjahr wird es früher warm und es fällt oft nur sehr wenig Regen. Die Sommer sind viel heißer und sehr trocken. Der Herbst beginnt später, Schnee im Winter kommt nur noch ausnahmsweise vor.

 

Die Folgen sind deutlich sichtbar: Bäume und Wälder sterben ab, die Ernten werden schlechter, wo möglich, wird bewässert. Beim Trinkwasser kommt es zu Notständen, langanhaltende Hitzeperioden und unzureichende Niederschläge bringen die Natur in Not. Schon im letzten Sommer war die Trinkwasserversorgung einzelner Gemeinden in Rhein-Main eingeschränkt.

Bischofsheim muss sich wie alle Kommunen darauf vorbereiten, dass in den Sommern immer mehr immer längere Hitzewellen auftreten. Besonders Kindern, alten und kranken Menschen macht das schwer zu schaffen.

Bekanntermaßen steigen die Temperaturen bei solchen Hitzewellen besonders in den Ortschaften, wo Beton, Ziegel, Mauerwerk, Asphalt, Boden- und Gehwegplatten sich im Sonnenlicht viel mehr aufheizen als blanker oder bewachsener Erdboden.

Daher ist eine schnelle Wende zur Erreichung der Klimaschutzziele dringender denn je. Der Ausstoß an Treibhausgasen ist massiv zu reduzieren, um so die Erderwärmung noch im Rahmen des 1,5 Grad-Ziels des internationalen Pariser Klimaabkommens zu halten. Wir haben dafür nur noch eine kurze Zeitspanne. Deshalb unterstützen wir das Engagement unserer Jugend für Fridays for Future und setzen unsere Energie und unseren Elan für ein klima- und umweltbewusstes, zukunftsfähiges Bischofsheim ein.

Klima- und Umweltschutz müssen in den Bereichen Bauen, Verkehr, Energie, Begrünung und Konsum wirksam werden. Zur notwendigen Erreichung der Klimaziele in Deutschland ist hier unser aller Engagement gefordert.

 

Das sind unsere Vorstellungen:

 

Klimakommune Bischofsheim

 

·       Die Gemeindevertretung hat unseren Antrag für den Beitritt zum Bündnis der Klimakommunen Hessen beschlossen. So verpflichtet sich die Gemeinde zu Klimaschutzmaßnahmen, kann sich mit anderen Teilnehmern austauschen sowie Anregungen und Zuschüsse erhalten.

·       Klimaschutzmanagement: Durch unseren Antrag wird eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Stelle für Klimaschutz geschaffen mit der Aufgabe, die Klimaschutzmaßnahmen in ein Klimaschutzkonzept für Bischofsheim zu gießen. Es konkretisiert die Aufgaben der Gemeinde und notwendige Anpassungen weiterer Beteiligter. Wir werden mitwirken, die Umsetzung des Konzepts anzugehen und Aktionspläne für Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln. Dabei achten wir darauf, dass die vielfältigen Förderungsmöglichkeiten genutzt werden, z.B. für nachhaltige Mobilität oder für energetische Sanierung von Gebäuden.

·       Ausbau von regenerativen Energien und Energieeffizienz, Förderung der Solarnutzung
Die Energieversorgung muss auch in kleinen Orten nachhaltig und zukunftssicher werden. Wir setzen uns für die weitere Förderung von alten und neuen Solaranlagen sowie Photovoltaikanlagen ein. Die frühere Bezuschussung von Solarthermieanlagen auf Privatgebäuden durch die Gemeinde soll wieder aufgenommen werden.

·       Erneuerbarer Energien sollen in allen gemeindlichen Liegenschaften fossile Heizstoffe ersetzen. Energie muss eingespart und effizienter genutzt werden. Im privaten Bereich soll die Gemeinde sich bei den Bürgern über die Förderung hinaus durch Informationen, auch bei Veranstaltungen (z.B. im Rahmen einer Bürgerversammlung), für deren weitest mögliche Verbreitung einsetzen.

·       Die Gemeinde soll das kostenlose Angebot der Energieberatung für die Bürger*innen fortführen.


·       Bei der Entwicklung von Baugebieten und der Ansiedelung von Gewerbe sowie bei der Sanierung von öffentlichen und privaten Gebäuden großen legen wir Wert auf die Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien, wie die Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie eine klima- und umweltfreundliche, CO2-neutrale Bauweise. Dies soll so weit wie möglich in den Bebauungsplänen verankert werden. Grundstückserwerber werden von der Gemeinde auf die Möglichkeit der Energieberatung hingewiesen.

·       Ein beispielhaftes Klimaschutzquartier soll entstehen. An öffentlichen und privaten Grundstücken und Gebäuden soll deutlich gemacht werden, mit welchen Maßnahmen die Verminderung von Treibhausgasen und der Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels zu erreichen ist.

·       Der Boden ist neben den Ozeanen der größte CO2-Speicher der Erde. Zerstört man Boden, setzt man CO2 frei. Versiegelung durch Beton oder Asphalt verhindert die Wiederaufnahme von CO2 in den Boden. Bodenschutz ist daher Klimaschutz.
Boden und Baugebiete sind äußerst knapp in Bischofsheim. Flächenentsiegelung und Innenverdichtung müssen Vorrang vor neuem Flächenverbrauch haben. Bei der Nutzung bzw. Versiegelung von großen Flächen muss ein obligatorischer Naturschutz-Ausgleich geleistet werden. Dies kann vorab geschehen, indem Flächen in der Gemarkung oder im Besitz der Gemeinde naturschutzrechtlich aufgewertet werden. Diese Aufwertung soll in einem Ökopunkte-Konto geführt werden, das dann als Ausgleich für zukünftige Bebauungen eingesetzt werden kann, ohne dass weitere Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen. So kann Bischofsheim nachhaltig in den heutigen Bebauungsgrenzen wachsen, ohne dass die ökologische Qualität unserer Umgebung
darunter leiden muss.

 

Natur- und Artenschutz für Bischofsheim

 

·       Grün, grün, grün: Neben dem Schutz bestehender Bäume wollen wir verstärkte Begrünung von Plätzen, Straßen und Gebäuden. Eine wirksame und einfache Maßnahme für ein besseres Klima und saubere Luft sind möglichst natürlich und vielfältig begrünte Gärten, Wege, Parks und sonstige Freiflächen ebenso wie Wand- und Dachbegrünungen von Gebäuden. Wir wenden uns gegen Schotter- oder Pflastergärten, die nur zusätzlich Hitze stauen. Stattdessen sollen Pflanzen Schatten spenden, die Luft entstauben und befeuchten, damit es sich auch in immer heißeren Sommern angenehm leben lässt. Dazu wollen wir das Förderprogramm der Gemeinde zur Begrünung von Wänden und Dächern wieder aufleben lassen. Die Begrünung soll auch an gemeindlichen Gebäuden konsequent durchgeführt werden (Rathaus, Palazzo, Bürgerhaus, Kitas, …). Bei Flachdächern soll eine Dachbegrünung vorgeschrieben werden, wenn keine Solarnutzung erfolgt.

·       Aktuell erarbeitet der Gemeindevorstand nach einem von den Grünen beantragten Gemeindevertretungsbeschluss eine Baumschutzsatzung, damit durch den Erhalt, Ausbau und eine gute Pflege des Baumbestandes ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Flankierend soll die Gemeinde auch das Anpflanzen von Bäumen in privaten Gärten finanziell fördern, um damit das Kleinklima in der Gemeinde zu verbessern. Wir setzen uns auch dafür ein, dass die Gärten an den Ortsrändern baurechtlich gesichert werden. Die vorhandenen Grünanlagen im und um den Siedlungsbereich sollen nicht nur erhalten bleiben, sondern erweitert, möglichst naturnah gepflegt und fortentwickelt werden.

·       Wichtig ist auch die weitere Pflanzung von Bäumen auf öffentlichen Flächen, insbesondere an den Ortsrändern. Ein grüner Wall rings um die Gemeinde würde nicht nur die zunehmenden Starkwinde vom bebauten Gebiet abhalten und für Befeuchtung und Entstaubung der Luft sorgen, sondern wäre auch ein zusätzliches Angebot für Spaziergänger und Freizeitsportler.

·       Auf unserem Wege-, Platz- und Straßennetz sollen alle Möglichkeiten für Entsiegelungen und Schaffung zusätzlicher Naturräume genutzt werden.

 

Artenvielfalt auf öffentlichen, privaten und landwirtschaftlichen Flächen fördern

 

·       Der weltweite Verlust von Biodiversität ist erschreckend und muss gestoppt werden. Dazu kann jeder beitragen: durch bienen- und insektenfreundliche Gärten, die auch Wildtieren und Vögeln Raum zum Leben und zum Arterhalt geben. Einige unserer Anregungen wurden 2020 bereits von der Gemeindeverwaltung umgesetzt, wie der Gartenwettbewerb für naturnahe Gärten. Dieser Gartenwettbewerb soll fest etabliert werden, er soll anregen und Lust machen auf Vielfalt im Garten.

·       Wir unterstützen das Engagement von Bauhof und Bürger*Innen für Patenschaften von öffentlichen Beeten. Im Innenbereich und an den Außenrändern darf es mit regionalem Saatgut für einheimische Wildpflanzen noch mehr blühen. Daher unterstützen und begrüßen wir Initiativen aus der Bevölkerung für mehr Blühflächen.

·       Im Lauf der Legislaturperiode ist zu klären, ob der Beitritt der Gemeinde zu dem mit Landesmitteln geförderten Landschaftspflegeverband des Kreises Groß-Gerau sinnvoll ist, damit der Natur- und Artenschutz in unserer Kommune weiter vorangebracht werden kann.

·       Besonders wichtig ist es, vorhandene Biotope, insbesondere Feuchtbiotope, wie unsere Seen, Mainauen und ehemaligen Entwässerungsgräben zu erhalten und in einen guten Zustand zu versetzen. Das sichert grundlegende Funktionen des Ökosystems und bietet den Menschen eine abwechslungsreiche Landschaft für Erholung und Naturerlebnisse in nächster Umgebung. Mit dem Landschaftsschutzgebiet “Hessische Mainauen“ beherbergt Bischofsheim schon ein Stück eines wertvollen Schutzgebiets, das Potenzial für einen noch natürlicheren Ausbau des Auenbereichs hat.

·       Bischofsheim hat neben dem Mainvorland noch weitere naturnahe Bereiche aufzuweisen (z.B. Silbersee, Kreuzlache, Wüster Forst). Wir meinen, dass noch mehr Bereiche in der Gemarkung der Natur zurückgegeben werden können. Auch entlang von Straßen und landwirtschaftlichen Wirtschaftswegen sollen Streifen sich selbst überlassen werden, die als sogenannte Saumbiotope eine Vernetzung der vorhandenen Biotope bewirken können.

Mit dem Landschaftsschutzgebiet “Hessische Mainauen“ beherbergt Bischofsheim schon ein Stück eines wertvollen Schutzgebiets, das noch näher an den natürlichen Zustand eines Auenwaldes gebracht werden soll.

 

Waldwirtschaft ökologisch ausrichten

 

·       Durch einen Wechsel des mit der Forstbewirtschaftung beauftragten Unternehmens ist es gelungen, die Pflege und Bewirtschaftung des Bischofsheimer Waldes ökologischer auszurichten. Durch die Klimabedingungen – Hitze – Trockenheit – Schädlingsbefall – kann eine Waldbewirtschaftung nicht mehr auf Vermarktungs-gewinne ausgerichtet sein. Die Mengen an notgedrungen geschlagenen Bäumen haben zum Preisverfall geführt und das Holz kann nur mit großen Verlusten verkauft werden.

·       Der Wald muss in eine völlig neue Richtung entwickelt werden: Weg von der Plantagenwirtschaft hin zu einer biologisch ausgewogenen Gestaltung des Waldes mit standortgerechten und unter den gegebenen (neuen) Klimabedingungen geeigneten Baumarten (vor allem Laubbäume), wobei man der Natur soweit möglich ihren Lauf lassen sollte.

·       Die Funktion des Waldes als Erholungsraum und klimatischer Ausgleich für die zunehmenden Klimaprobleme steht im Vordergrund. Damit sorgen wir für eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

 

Förderung des Konsumprinzips regional, bio und fair / Weniger wegwerfen in Bischofsheim

 

·       In Bischofsheim sollen verstärkt regionale Lebensmittel „vom Bauern“ zu kaufen sein. Dafür wollen wir die Zusammenarbeit mit Landwirten der Umgebung ausbauen und denken auch an alternative Konzepte der Eigenversorgung wie SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft).

·       Wir würden uns freuen, wenn sich in unserer Gemeinde moderne Formen der Landwirtschaft wie biologische Lebensmittelerzeugung oder Agroforstwirtschaft ansiedelten. Die Nahrungsmittelproduktion für Mensch und Tier muss Vorrang haben vor Rollrasen-Monokultur und Energiepflanzenanbau.

·       2020 wurde Bischofsheim mit großem Einsatz der Grünen zur Fairtrade Town zertifiziert, damit wollen wir fair hergestellte und ökologische Waren weiter etablieren.

·       Das Aufstellen des „FairTeilers“ durch „Foodsharing Groß-Gerau e.V.“ am Bahnhof wurde durch unsere Initiative möglich gemacht, damit noch brauchbare Lebensmittel genutzt und nicht weggeworfen werden. Weniger Lebensmittelverschwendung und der vernünftige Umgang mit Ressourcen sind ein wichtiger Baustein des Klimaschutzes.

·       Der Müll auf unseren Straßen und öffentlichen Plätzen ist ein zunehmendes Ärgernis. Durch die Unterstützung von Müllsammelaktionen wie „Sauberes Bischofsheim“ oder „Main (statt Rhine) Clean Up“ und des „World Clean Up Day“ werden wir auf die Wegwerfproblematik aufmerksam machen. Auch im Bereich „Zero Waste“ sind wir aktiv und geben Tipps und Tricks zur Müllvermeidung bzw. Reduzierung durch Infoveranstaltungen weiter. Es wird Zeit für eine Anti-Abfall-Kampagne, die wir mit Hilfe der Ideen der Bischofsheimer*Innen umsetzen möchten. Aus jedem Stück Plastik, wie einem Deckel eines Coffee-to-go-Bechers, kann einmal Mikroplastik im Boden, im Wasser und in unserer Nahrungskette werden.


 

Konkrete Verkehrswende in Bischofsheim

·       Gemeinsam mit der Bevölkerung ist ein Verkehrskonzept für Bischofsheim zu entwickeln und umzusetzen. Dabei werden alle Verkehrsteilnehmer/innen gleichberechtigt berücksichtigt.

·       Ziel einer Verringerung der Verkehrsbelastung ist dem Fuß- und Radverkehr Vorrang zu schaffen. Dazu gehören sichere Radwege. Das Radwegenetz im Ort und im Kreis ist weiter auszubauen. Barrieren sind weitgehend abzubauen.  

·       Sichere Abstellplätze für Fahrräder sind eine Grundvoraussetzung für den regelmäßigen und unbesorgten Gebrauch im Ort. Sie sollen überall dort entstehen, wo Menschen verkehren, sei es an öffentlichen Einrichtungen, Banken, Einkaufszentren oder Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. Der weitere Ausbau ist in Zusammenarbeit mit dem Ortsgewerbeverein und der Verwaltung voranzutreiben. Überdachte Stellplätze und abschließbare Fahrradgaragen am Bahnhof und an Wohnanlagen sind erforderlich.

·       Freie Bürgersteige 

Das Zuparken der Bürgersteige innerhalb des Ortes muss ein Ende haben. Auf vielen Grundstücken bestehen eigene Parkräume, die vorrangig genutzt werden sollen. Nur so ist es den Fußgängern und den Kindern mit Rädchen und Rollern möglich, die Wege uneingeschränkt zu benutzen. Auch die Postzustellung wird erleichtert.

·       Für die Sprinter der Logistikfirmen sollen nachts alternative Abstellmöglichkeiten ausgewiesen werden (z.B. in den Gewerbegebieten).

·       Schulwege sicherer machen

Wir unterstützen die Maßnahmen zur Sicherung der Schüler*innen an der Georg Mangold-Schule. Für sichere Schulwege müssen Gefahrenstellen regelmäßig identifiziert und mit geeigneten Sicherheitsmaßnahmen beseitigt werden. Den Elterntaxis soll entgegengewirkt werden.

·       Leih- und Lastenräder fördern 

Wir wollen die Leihräder der Mainzer Mobilität auch nach Bischofsheim bringen, damit alle Bürger*innen leichten Zugang zu Leihrädern bekommen. Zusätzlich sollen Lastenräder für den Bauhof angeschafft werden. Sie sollen andere Gemeindefahrzeuge CO2-schonend ersetzen, damit motorisierte Fahrzeuge nur noch für schwerere Fracht genutzt werden müssen. Die Lastenräder könnten außerhalb der Dienstzeiten des Bauhofs auch Bürger*innen zur Verfügung gestellt werden.

·       Wir wollen in der Gemeinde Carsharing-Angebote mit E-Autos etablieren.

·       Ladestationen für E-Autos und E-Räder sind auszubauen.

·       ÖPNV ist als fester Baustein der Mobilität zu verankern.

·       Die Shuttledienste für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen werden weitergeführt.

·       Wir unterstützen weiterhin die Forderung, das Nachtflugverbot auf 22:00 bis 06:00 Uhr auszuweiten und die Regelung konsequent durchzusetzen. Für uns in Bischofsheim ist die Grenze mit 500.000 Flugbewegungen erreicht, die genehmigten 750.000 Starts und Landungen dürfen nicht ausgereizt werden.

 

Können wir Bischofsheim zu einem besonders familienfreundlichen Ort auf der Basis von guter Nachbarschaft, einem friedlichen Miteinander und Gemeinschaftssinn machen?

 

Ja, das ist selbstverständlich eines unserer wichtigsten Ziele:  

Gegenseitiger Respekt, Toleranz und Rücksicht sind grundlegend für ein gutes Miteinander. Dafür ist auch ein rücksichtsvoller und nachhaltiger Umgang mit unseren Lebensbedingungen wichtig. Bischofsheim soll ein Ort sein, in dem alle Bevölkerungsgruppen gerne leben, sich einbringen und mitgestalten. Bischofsheim ist bunt und braucht vielfältige Angebote. Das bedeutet für uns:

 

Familienfreundliches, aktives und solidarisches Bischofsheim

 

·       Für Kinder benötigen wir ein bedarfsgerechtes Angebot an Betreuungsplätzen, dessen Qualität stetig weiterentwickelt wird.
Das ist die Grundlage für Bildung von Anfang an. Kitas und Schulkindbetreuung haben vielfältige Aufgaben, wobei uns die Förderung von Toleranz, demokratischen Verhaltens und Konfliktfähigkeit, die sprachliche und soziale Förderung besonders wichtig sind.

Der Blick auf die Umwelt und umweltgerechtes Handeln sind hier zu erlernen. Dafür brauchen wir noch mehr gut ausgebildetes Personal, das dauerhaft für Bischofsheim arbeiten will. Die Gebühren müssen für die Familien bezahlbar sein, damit das Angebot auch angenommen wird. Die vollständige Gebührenfreiheit bleibt unser Ziel.

·       Ein bedarfsorientiertes Angebot für Kinder und Jugendliche im Freizeitbereich ist langfristig sicherzustellen. Die Jugendarbeit soll insbesondere Jugendliche mit geringeren Chancen in ihrem Alltag unterstützen und zu selbstbestimmtem und verantwortlichem Handeln befähigen. Grundlegende Werte sind auch hier: Toleranz, demokratisches Verhalten, Konfliktfähigkeit, Umweltbewusstsein und umweltgerechtes Handeln.

·       Das neue Familienzentrum soll Generationen und unterschiedliche Kulturen miteinander in Kontakt bringen und Eltern in ihren Erziehungsaufgaben unterstützen. Der in seiner Passivbauweise zukunftsweisende Neubau entsteht soeben und muss dann werteorientiert mit Leben gefüllt werden.

·       Ältere Menschen sollen möglichst lange ein selbstständiges Leben führen können.
Bedarfsgerechte Angebote für das Leben in der eigenen Wohnung sind sicherzustellen wie Seniorenberatung, koordinierte Vermittlung von Hilfen, ambulanter Pflegedienst, ehrenamtliche Hilfen beim Einkauf und bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Treffpunkte und Initiativen zur Vermeidung von Einsamkeit sind zu unterstützen. Der Ausbau von Mehrgenerationenhäusern, Wohngemeinschaften und altengerechten Wohnungen ist zu fördern.

·       Barrierefreiheit nutzt allen: Kindern, Familien, Älteren. Neben den Zugängen zu den Bahnsteigen am Bahnhof sind sicher nutzbare und barrierefreie Bushaltestellen, Gehwege, Radwege und Straßen wichtig. Nachhaltige und menschenfreundliche Gebäude und Einrichtungen, freundliche und saubere Spielplätze, attraktive begrünte Zonen (ohne Hundekot und Müll) für Erholung und Aktivitäten gehören dazu. Menschen mit Einschränkungen sollen beteiligt werden und ihre Erfahrungen einbringen. Wir wollen Barrieren abbauen, damit Alle am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

·       Es gibt in Bischofsheim zahlreiche Vereine und Initiativen. Gerade sie bringen Leben in den Ort, bieten Chancen zum gegenseitigen Kennenlernen, zur Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen, zur notwendigen Vernetzung im Ort und in der Mainspitze. DRK, Generationenhilfe, Lions Club, Hospizverein, Repair-Café und Fahrradwerkstatt sind zum Beispiel schon mainspitzweit organisiert. Soziale Vereine, Sportvereine, kulturelle Initiativen, aber auch wiederkehrende Aktionen wie traditionelle Feste,
Fairtrade-Aktivitäten, Stadtradeln, Höfeflohmarkt bereichern die Gemeinde. Ortsgewerbeverein und Ortsvereinsring koordinieren die Aktivitäten in ihren Bereichen. Die Gemeinde soll weiterhin Vereine und Initiativen fördern und unterstützen, denn sie machen das Leben in Bischofsheim erst bewegt und lebenswert.

·       Wir heißen Geflüchtete in Bischofsheim willkommen:
Die Aufnahme und Begleitung der Geflüchteten aus den verschiedenen Krisenregionen und ihre menschenwürdige Unterbringung gehört zu unseren grundlegenden humanitären Aufgaben. Wir begrüßen und fördern die Willkommenskultur in der Gemeinde und arbeiten schon heute gemeinsam mit vielen Bischofsheimer*innen aktiv daran mit. Wir haben Hochachtung vor dem unermüdlichen Engagement unserer Bürger für die neuen Einwohner in unserer Gemeinde. Einen Ausbau der hauptamtlichen Unterstützung halten wir für dringend erforderlich. Wir unterstützen ausdrücklich die
Aktion „Sicherer Hafen“ (die Aufnahme von Geflüchteten aus Lagern in Griechenland oder von Geretteten aus dem Mittelmeer) des Kreises Groß-Gerau als Zuständiger für die Aufnahme und Verteilung von Geflüchteten.

·       Nur gemeinsam können wir erreichen, dass Bischofsheim ein Ort ist, in dem sich alle wohl fühlen. Deswegen wollen wir Bürgerbeteiligung und Bürgernähe ausbauen, Kinder- und Jugendbeteiligung ermöglichen. Die vielfältigen Fähigkeiten und Erfahrungen der Bewohner sind ein Schatz, der besser zu nutzen ist. Eine bedarfsorientierte Entwicklung der Gemeinde ist nur möglich, wenn kompetente Bürger*innen und verschiedene Bevölkerungsgruppen – auch Kinder und Jugendliche – gefragt, gehört und eingebunden werden. In die Entscheidungen der Gemeindevertretung sollen direkt Betroffene und der Sachverstand der Bürger*innen stärker einbezogen werden.

·       Gemeinsam sollen Konzepte entwickelt werden, um Kinder und Jugendliche in politische Prozesse einzubinden und sie zu beteiligen. Dies kann z. B. durch die Einrichtung eines Jugendrates, oder durch Jugendanhörungen oder projektbezogene Beteiligungsformen ermöglicht werden.

·       Digitalisierung barrierefrei und sozial voranbringen
Insbesondere Corona zeigt uns, wie wichtig die Digitalisierung in der Verwaltung ist. Anträge stellen oder Auskünfte einholen soll bequem von zu Hause aus möglich sein. Home-Office-Tage für die Mitarbeiter*innen erleichtern das Familienleben.
In allen öffentlichen Gebäuden und an zentralen Orten wie rund um die Rathäuser, am Seniorenpark oder im Einkaufszentrum Klinker sind öffentliche WLAN-Zugänge einzurichten, auf die die Besucher*innen zugreifen können. Dies wird vom Land Hessen mit der Initiative „Digitale Dorflinde“ unterstützt. Auch die weitere Umsetzung dieser Initiative im Kreis Groß-Gerau unterstützen wir.
Die Digitalisierung hilft nicht nur in Corona-Zeiten, miteinander in Kontakt zu bleiben und bei der Vernetzung der verschiedenen Akteure. Hier bietet sie Chancen, wenn sie sozial ausgerichtet wird und barrierefrei zur Verfügung steht.

·       Gaming und Information „for future
Wir tragen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Kommune bei und werden das erfolgreiche Veranstaltungskonzept „Gaming for future“ weiterführen. Damit wollen wir in unserem „kleinen“ Bischofsheim eine Plattform für eine umweltbewusste und klimafreundliche Lebensweise bieten, die oft nur in den Großstädten zur Verfügung steht.

 

Können Finanzen, Wirtschaft und Verwaltung etwas für das Klima in Bischofsheim tun?

 

Ja, auch diese Bereiche haben ihre Beiträge zu einem guten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Klima zu leisten.

 

Wirtschaft und Gewerbe bringen Arbeitsplätze, stellen eine wohnortnahe Versorgung und wichtige Dienstleistungen zur Verfügung und sind wichtig für die Gemeindefinanzierung. Die Verwaltung ist Dienstleister und Gestalter im Gemeindeleben, das von der Bürgerschaft über Steuern und Gebühren weitgehend bezahlt wird.

 

Unser solides und bürgerfreundliches Bischofsheim

 

·       Die Wirtschaftsförderung – Suche nach geeigneten Investoren, Kontaktpflege, Bereitstellung von Infrastruktur – muss mit ökologischer Ausrichtung ausgebaut werden.

·       Vor allem bei landwirtschaftlichen Produkten soll die Bedeutung des regionalen Einkaufs propagiert und die Landwirte bei der Vermarktung unterstützt werden. Biologische Landwirtschaft könnte auch in Bischofsheim mehr an Bedeutung gewinnen, damit regional auch ökologisch ist.

·       Die Sensibilität zur Wahrnehmung und Nutzung des ortsansässigen Gewerbes muss weiter geschärft werden, damit sich der „Regionalgedanke“ in allen Bereichen ausdehnt.

·       Die Serviceleistungen in Bischofsheim müssen weiter verbessert werden.
Die Gemeindeverwaltung muss in allen Servicebereichen (z.B. Bürgerservice, Bauhof, Kinderbetreuung, Seniorenbetreuung) soweit gestärkt werden, dass für alle Bevölkerungsgruppen mehr Lebensqualität im Ort erreicht wird.

·       Wir wollen die Digitalisierung der Verwaltung bürger- und mitarbeiterfreundlich gestalten. Die verwaltungstechnischen Abläufe im Bürgerservice sollen für die Bürger und die Verwaltungsangestellten vereinfacht werden, der Zeitaufwand muss für alle reduziert werden.

·       Wir wollen Gebühren und Steuern maßvoll und gerecht gestalten: Sie sind feste Bestandteile zur Finanzierung des Gemeindehaushaltes. Die Gestaltungsspielräume für die Gemeindevertretung sind durch gesetzliche Vorgaben und feste Ausgabenposten sehr eingeschränkt. Wir werden dafür sorgen und stehen dafür ein, dass hierbei grundsätzlich mit Augenmaß vorgegangen wird und nur die notwendigsten Belastungen vorgenommen werden.

·       Die interkommunale Zusammenarbeit hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt, bietet aber noch mehr Möglichkeiten. Auf diesem Weg wollen wir verstärkt weiterkommen und zusätzliche Bereiche entwickeln, damit neue Formen der Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen entstehen.

·       Für viele, gerade auch ökologische und soziale Maßnahmen gibt es verstärkt Fördermittel durch Bund und Land. Hier müssen die Kompetenzen innerhalb der Gemeindeverwaltung weiter entwickelt werden, damit diese Finanzierungshilfen für anstehende Vorhaben ausgeschöpft werden. Die Bürger werden über mögliche Zuschüsse für sinnvolle private Investitionen beraten und informiert.

·       Politik muss verständlicher werden: Transparente Vorbereitung von Entscheidungen mit vollständigen Daten ist erforderlich, damit in der Gemeindevertretung bessere Entscheidungen getroffen werden. Die Information über Entscheidungen muss für die Bevölkerung offener werden.

·       Lärm ist und bleibt eine Belastung und muss weiter reduziert werden. Hier hat die Gemeindeverwaltung eine wichtige Aufgabe, da sie an allen regionalen Planungen beteiligt ist. Besonders beim Verkehrslärm – Straße, Schiene und Luftverkehr – ist regelmäßig auf Minderung hinzuwirken.

 

Wenn alle Bevölkerungsgruppen gemeinsam anpacken, können wir

unser lebens- und liebenswertes Klima in Bischofsheim erhalten.

 

Wählen Sie am 14. März 2021 für ein grün(er)es Bischofsheim

 

Liste 8   GALB - Bündnis 90 / Die Grünen

 

Die Vorstellung unserer Kandidat*innen und weitere Informationen finden Sie auf unserer
Homepage www.galb.de und auf www.facebook.com/GALBBischofsheim