Planung für ein Mittelstufengymnasium, Antrag der Fraktion GALB - BÜNDNIS

Beschlussentwurf:  

Die Gemeindevertretung möge beschließen:  

Die gemeindlichen Gremien sind über die Planungen für die Errichtung eines Mittelstufengymnasiums detailliert zu unterrichten.  

Dies betrifft: 

  • Die begründenden Passagen des Schulentwicklungsplans 2020-2025 und seiner Fortschreibung, Aussagen und Bescheide des Kultusministeriums .
  • Die baurechtlichen Bedingungen und Möglichkeiten der Planung im Berliner Zwickel.
  • Die Standortwahl, Eruierung von Standortalternativen im Nordkreis und der Flächenbedarf für die Einrichtung. 
  • Den Bedarf anhand von konkreten Zahlen der SchulabgängerInnen der Grundschulen in Ginsheim, Gustavsburg und Bischofsheim ab Schuljahr 2024/2025, die das geplant vier- bis fünfzügige Gymnasium begründen sollen. 
  • Voraussichtlicher Platzbedarf / existierendes Platzangebot in der gymnasialen Oberstufe (an der GHS, Neues Gymnasium), für die von einem geplanten Mittelstufengymnasium abgehenden Jahrgänge / aktuelle Anzahl der gymnasialen OberstufenschülerInnen in der GHS / NG aus Ginsheim-Gustavsburg sowie Bischofsheim. 
  • Kosten und finanzielle Auswirkungen eines solchen Baus uns seines Betriebs, v.a. in Bezug auf die Kreisumlage.

Einzuladen sind:  

  • Politische Entscheidungsträger (Landrat oder 1. KBO) 
  • VertreterInnen des Schulamtes Groß-Gerau 
  • Verantwortliche der Bauleitplanung und Bauplanung zur Erläuterung der baurechtlichen Fragen  

Begründung: 

Den politischen Gremien in Bischofsheim, insbesondere der Gemeindevertretung und ihren Ausschüssen, wurde das Projekt noch nicht vorgestellt.  

Fraktion GALB- Bündnis 90 / Die Grünen  

Sylvia Zwick

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28.04.2021: Projekt Yondr – ökologische Maßnahmen

Die Gemeindevertretung bittet den Gemeindevorstand, die Fa. Yondr als Bauherr des geplanten Rechenzentrums im Gewerbegebiet Tagweide zur Präsentation und Diskussion ihrer Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung der von ihrem Projekt ausgehenden Klimaeffekten einzuladen.

Insbesondere ist dabei von Interesse, wie die der beim Betrieb derartiger Rechenzentren üblicherweise entstehenden großen Abwärmemengen genutzt werden sollen und ob diese auch anderen Anwendungen im umgebenden Areal zur Verfügung gestellt werden können oder sollen.

Zu diesem Themenkomplex soll als Sachkundiger auch ein Vertreter des Vereins Energiewende Rüsselsheim eingeladen werden. 

Begründung: Die Gemeindevertretung hat den Verkauf des Geländes in der Tagweide an die Fa. Yondr zur Errichtung eines Rechenzentrums beschlossen. Da ein Rechenzentrum erheblichen Energiebedarf hat, möchten wir im Hinblick auf die deutschen Vorgaben zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 die Maßnahmen der Fa. Yondr nachfragen und Perspektiven für das Projekt und Bischofsheim diskutieren. Der Verein Energiewende Rüsselsheim hat hier bereits Anstöße gegeben: Der Presseartikel über den Geländeverkauf hat uns, den Verein Energiewende e.V. www.energiewende-ruesselsheim.de, aufmerksam gemacht, bezüglich der Vermeidung von klimaschädlichen Auswirkungen aufgrund der bekanntlich extrem hohen Abwärme von Rechenzentren. Die in dem Presseartikel erwähnte Neuanpflanzung von Bäumen seitens der Firma Yondr und die geplanten Ladesäulen lassen darauf schließen, dass Yondr sich sehr bewusst ist über die klimatischen Auswirkungen des Vorhabens. Diesen Ansatzpunkt sollte man nutzen und klimafreundlich vertiefen - nicht nur in Bischofsheim, sondern auch in unserer Umgebung, wo ähnliche Projekte anstehen. Eine neue Chance zur CO2-Einsparung durch Doppelnutzung von Energie bietet das im Gewerbegebiet der Gemeinde Bischofsheim demnächst entstehende Rechenzentrum des Unternehmens Yondr. Der hohe Bedarf an elektrischer Energie wird in dieser Anlage praktisch vollständig in Wärme umgewandelt und es ist zu vermuten, dass diese Abwärme, wie bei den meisten in Deutschland gebauten Anlagen, ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird. Während in Schweden und Dänemark die Nutzung der Abwärme längst Bestandteil energiepolitischer Konzepte ist und inzwischen von der Mehrheit der Bevölkerung getragen wird, existieren in Deutschland bisher nur sogenannte Leuchtturmprojekte. Beispielsweise hat das Dresdner Unternehmen Cloud & Heat im Jahr 2018 ein Cloud-Rechenzentrum im Gebäudekomplex Eurotheum des ehemaligen Rechenzentrums der EZB in Frankfurt in Betrieb genommen und dabei die luftgekühlten Serversysteme auf Heißwasserkühlung (60 Grad C) umgestellt. Mit dem Heißwasser werden Büro- und Konferenzräume sowie Hotellerie und Gastronomie betrieben. In der Projektphase des geplanten Rechenzentrums Bischofsheim sollte Bischofsheim gemeinsam mit dem Kreis Groß-Gerau die Initiative ergreifen und Yondr mit den ortsansässigen Gewerbe- und Logistikunternehmen zum gemeinsamen Handeln anregen. Mit der Bundesförderung für effiziente Wärmenetzte (Wärmenetzsysteme 4.0 ) werden innovative Wärmenetzsysteme mit überwiegendem Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme gefördert. Eine Machbarkeitsstudie, gefördert durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), wäre der geeignete Einstieg in das gemeinsame Projekt. 

Wir stehen bereits in Kontakt mit dem Kreis Groß-Gerau, dem Architekten, Herrn Hammerschmidt und erhielten Vorab-Informationen von Herrn Prof. Dr. Naumann, Hochschule Trier, zum diesbezüglichen Thema Green IT, u.a. mit Hinweisen auf www.blauer-engel.de/de/produktwelt/elektrogeraete/rechenzentren.de und www.cloudandheat.com/. Wir hoffen sehr, dass Sie unsere Anregungen zum Klimaschutz aktiv aufgreifen, mit dem Ziel, diesbezüglich eine weitere Vorzeige-Kommune für andere geplante Rechenzentren zu werden. Über einen fortlaufenden Informationsaustausch würden wir uns sehr freuen.

Hans Dieter Scherer-Gerbig, Vorsitzender Energiewende e.V. Fraktion GALB/Bündnis 90/Die GRÜNEN

Der Antrag soll direkt im KUBUS beraten werden. Alternativ könnte das auch im Rahmen einer bald einzuberufenden Bürgerversammlung diskutiert werden.